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Badner Bahn - von Baden nach Vöslau

Am 14. Februar 1951 wurde die Line Vöslau-Baden der Badner Bahn endgültig eingestellt. Sie war von 1895, mit einigen Jahren Unterbrechung, bis 1951 in Betrieb gewesen. Im Folgenden gibt es eine kurze Zusammenfassung der von Peter Pospischil 1975 herausgebrachten Broschüre "Badnerbahn und Vöslauer Tramway".

Die Straßenbahn in Baden verdankt ihrer Entstehung hauptsächlich dem Grund, eine anzulegenden Kraftzentrale für elektrische Energie entsprechend abzunutzen. Mit der Straßenbeleuchtung alleine wäre dies nicht der Fall gewesen. Vorerst konzentrierte man sich naturgemäß auf die Elektrifizierung der bestehenden Pferdebahnlinie, deren Betrieb deswegen im Oktober 1893 eingestellt wurde. Die Konzession wurde 1892 für den Betrieb der Elektrischen Bahn- und Beleuchtungsanlage Baden und Vöslau“ erteilt, die Bauarbeiten begannen Anfangs 1894.

RauhensteinlinieAm 16. Juli 1894 konnte der elektrische Straßenbahnbetrieb Leesdorf – Rauhenstein eröffnet werden, schon 1895 folgte die schon lange geplante Strecke nach Vöslau. Seit 1. Jänner 1897 befand sich die Badner Straßenbahn im Besitz der AG der Wiener Lokalbahnen. Zur Komplettierung des Netzes wurde 1899 noch die Ringlinie eröffnet, die die Schwerpunkte Südbahnhof, Josefsplatz, Kasino und Kurpark miteinander verband.

So wie heute beim Bau neuer Straßen gab es damals große Schwierigkeiten beim Bau neuer Straßenbahnlinien. Besonders die um die Jahrhundertwende noch selbständige Gemeinde Weikersdorf hatte viele Einwände gegen die Vöslauer Strecke. So hatte man große Angst, dass durch die „raschfahrenden“ elektrischen Wagen die Equipagen-Pferde der reichen Villenbesitzer irritiert werden könnten. Ja man verlange vor dem Streckenbau allen Ernstes, dass die Vöslauer Straßenbahnlinie im Ortsgebiet von Weikersdorf unterirdisch geführt werde.

Die Linienführung der Straßenbahn wechselte mehrmals. Nach der Eröffnung der Ringlinie fuhren die Vöslauer Züge über diese zum Südbahnhof, die Rauhesteiner Wagen aber direkt. Nach Eröffnung der Schnellbahn Wien – Baden 1907 wollte man sich gegen die Konkurrenz der Südbahn wehren und führte alle Wagen Richtung Bahnhof über die Ringlinie, in der Gegenrichtung aber durch die Franz-Josefstraße. Damit sollten die Fahrgäste veranlasst werden, schon am Josefsplatz in WLB-Züge nach Wien umzusteigen. Ab 1917 wurde die Ringlinie gesondert betrieben, die Vöslauer Wagen fuhren zeitweise erst ab Pelzgasse. Ab 1924 verkehrten dann die Züge nach Vöslau ab Josefsplatz, Cafe Ebruster, und die Rauhensteiner Wagen ab Südbahnhof. Der aufkommenden Autobuskonkurrenz mit ihrer sparsameren Betriebsführung war der Badener Ortsverkehr nicht gewachsen. 1928 verkehrte die Ringlinie zum letzten Mal, ab 1931 dir Rauhensteiner Linie nur mehr an schönen Sonntagen. An der Wartehallte gegenüber dem Südbahnhof war noch bis in die fünfziger Jahren das drehbare Schild: „Heute verkehren Straßenbahnwagen – Heute verkehren Autobusse“ vorhanden, das den Fahrgästen die jeweilige Betriebsart anzeigte. 1936 war dann endgültig Schluss mit der Rauhensteiner Strecke, die Vöslauer Linie mit ihrer recht guten Frequenz hat sich dann durch den 2. Weltkrieg noch 15 Jahre länger halten können.


ParteWährend im Sommerfahrplan 1950 noch 32 Fahrten aufschienen und zwei Züge im Einsatz waren, vergrößerte man ab dem Winterplan das Intervall von 30 auf 60 Minuten. Ein Triebwagen versah nun täglich dreizehnmal den Dienst nach Vöslau, während die neue Autobuslinie Möllersdorf – Gainfarn immerhin schon 26 Kurse aufwies.
Am 14. Februar 1951 schließlich verkehrte der letzte Zug der Straßenbahn Baden – Vöslau, festlich geschmückt, während der Organisationsreferent des Wiener „Verbandes der Eisenbahnfreunde“ launige Partezettel verteilte.

Strecke

Die LINIE NACH RAUHENSTEIN begann in der Grünanlage vor dem Badner Südbahnhof, führte zweigleisig bis zum Josefsplatz und dann weiter eingleisig über Pergerstraße – Franzensbad – Johannesgasse – Helenenstraße – Strandbad – dann entlang der Schwechat bis Rauhenstein, Promenadengasse (vor dem heutigen Hotel Sacher im Helenetal).
Ausweichen waren in der Johannesgasse, vor dem Strandbad und in der Endstelle im Helenental. Der Werktagsbetrieb auf dieser Strecke wurde am 14. September 1931, der Sonntagsbetrieb dann im Herbst 1936 eingestellt.

Badnerbahn zwischen Soo Baden 2Die LINIE NACH VÖSLAU zweigte bei der Pelzgasse von der Rauhensteiner Strecke ab und führte auf einer bahneigenen Brücke über die Schwechat. Dann ging es durch die WeilburgstraßeSchimmergasse und weiter querfeldein über Sooß nach Bad Vöslau. In Vöslau fuhr die Linie durch die Sooßer Straße in das Ortsgebiet, machte dann aber noch einen Umweg durch die Ziegler- und Schlumbergerstraße und fuhr dann in Seitenlage noch ein kurzes Stück durch die Badnerstraße bis zur Endstelle vor dem Hotel Stefanie.
Ausweichen waren hinter der 1939 errichteten Kaserne nächst Sooß und in Vöslau in der Sooßerstraße sowie an der Endstelle.

Die RINGLINIE begann am Josefsplatz, wo die Schleife früher aus allen drei Richtungen befahrbar war, ging über den Erzherzog Rainer Ring, am Kurhaus vorbei. Weiter über den Kaiser Franz Ring und über den Erzherzog Wilhelm-Ring zurück zum Südbahnhof. Auch diese Linie war eingleisig, Ausweichen befanden sich am Erzherzog Rainer – Ring bei der Arenastraße, in der Nähe der evangelischen Kirche und am Südbahnhof. Noch bis 1955 waren die Gleise vom Josefsplatz bis zum Kurpark vorhanden. Der Betrieb der Ringlinie wurde am 22. Juli 1928 eingestellt, nachdem der Versuch einer Verlängerung der Lokalbahnzüge über diese Strecke gescheitert war.

Badnerbahn Haltestelle Hotel Stefanie Bad Vslau 4Auch die Strecke nach Vöslau war am 30. September 1931 stillgelegt worden, wegen Protesten aus der Bevölkerung – besonders aus Sooß – jedoch am 20. Dezember 1941 wieder in Betrieb genommen worden. 1941-1944 kam es auf dieser Linie durch die Sooßer Kaserne noch einmal zu Höchstleistungen, wobei auch Dreiwagenzüge eingesetzt wurden. Ab Sommer 1950 verkehrte dann eine Autobuslinie und der Straßenbahnbetrieb wurde um jeden zweiten Zug reduziert. Am 14. Februar 1951 schließlich verkehrte der Letze Zug der Badner Bahn nach Vöslau.

Im Sommer 1951 begannen die Abtragungsarbeiten, wobei der Gebus 1002 (ex 314) zum Einsatz kam. Zuerst wurde mit dem Turmwagen die Fahrleitung demontiert, dann entfernte man die Schienen und verlud sie auf offenen Loren. Am späten Nachmittag fuhr dann jeweils der Demotagezug durch die Stadt nach Leesdorf.

Ende August 1951 war die gesamte Bahnanlage der Linie nach Vöslau abgetragen.

Streckenplan [PDF]

 

  • Abbrucharbeiten_1951_1
  • Abbrucharbeiten_1951_2
  • Abbrucharbeiten_1951_3
  • Badnerbahn_Ausweiche_Soo
  • Badnerbahn_Ecke_Badnerstrae_Sooerstrae
  • Badnerbahn_Ecke_Zieglergasse_Schlumbergerstrasse_2
  • Badnerbahn_Haltestelle_Hotel_Stefanie_Bad_Vslau_1
  • Badnerbahn_Haltestelle_Hotel_Stefanie_Bad_Vslau_2
  • Badnerbahn_Haltestelle_Hotel_Stefanie_Bad_Vslau_3
  • Badnerbahn_Haltestelle_Pelzgasse-Baden
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  • Badnerbahn_Haltestelle_Soss
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  • Badnerbahn_bei_Haltestelle
  • Badnerbahn_in_Soo
  • Badnerbahn_in_der_Schlumbergerstrasse_1
  • Badnerbahn_in_der_Schlumbergerstrasse_2