Projektbeschreibung

"Im März 2013 veranstaltete der Arbeitskreis Integration* eine Kundgebung vor dem Rathaus anlässlich des Gedenktages des Anschlusses Österreichs an NS Deutschland. Diese Veranstaltung warf die Frage auf, was in Bad Vöslau mit der jüdischen Bevölkerung und anderen verfolgte Gruppen geschehen war und ob es auch Widerstand gegeben hatte.

Die bisherige historische Forschung zur Geschichte der Stadtgemeinde behandelte zwar einzelne Aspekte des Zeitbereichs 1938 bis 1945. Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema mit einem lokalen Schwerpunkt in Bad Vöslau sowie den Gemeinden Gainfarn und Großau hatte noch nicht stattgefunden. Das fehlende historische Wissen lässt in der kollektiven Erinnerung den Eindruck entstehen, dass die nationalsozialistische Herrschaft keine regionalen Auswirkungen hatte und die Verfolgung nicht  auch bei uns - in der eigenen Gemeinde und der unmittelbaren Umgebung - stattgefunden hatte.

Auf Initiative des Arbeitskreises wurde nun mit dem vorliegenden Dokumentations- und Vermittlungsprojekt ein wesentlicher Schritt zur Schließung dieser Lücke gesetzt. Die Idee und die Projektkonzeption wurden von Heidi Effenberger und Mag.ª Nicole Gebhart, die in weiterer Folge auch als Projektkoordinatorin und -leiterin fungierte, entwickelt. Es entstand das Projekt „Geschichte sichtbar machen“, das beim Ideenwettbewerb der NÖ Dorf-und Stadterneuerung 2014 eingereicht und von der Jury mit einer Förderung bedacht wurde.

Begonnen hat das Projekt 2014 mit Workshops für Jugendliche, bei denen sie sich mit der Geschichte auseinandersetzten konnten, und  Erwachsene, die Hilfestellung für eigene Recherche in der Familiengeschichte bekamen. Gleichzeitig begannen die Recherchen für die Dokumentation der NS Zeit in Bad Vöslau, die von Fachleuten übernommen wurden und durch einen eigens eingerichteten Beirat begleitet wurde. " (Vorwort von Bgm. DI Christoph Prinz. In: Stadtgemeinde Bad Vöslau (Hg.) (2017): Bad Vöslau 1938 – 1945. Bad Vöslau: Stadtgemeinde Bad Vöslau)

Auf Basis des daraus entstandenen Buches „Bad Vöslau 1938 – 1945“ entwickelte sich auch ein historischer Spaziergang zu Orten der Erinnerung.

Das Projekt soll helfen, jener zu gedenken, die verfolgt, vertrieben, misshandelt und getötet wurden. Es soll uns aber auch mahnen, die besonderen Geschichten dieser Menschen nicht zu vergessen oder gar auszulöschen.

 

*Der Arbeitskreis Integration (AKI) wurde im Jahr 2007 anlässlich der Diskussionen rund um den Moscheebau ins Leben gerufen und dann als „Projektgruppe Integration“ in der NÖ Stadterneuerung verankert. Seitdem arbeiten ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichen Weltanschauungen  und Religionen gemeinsam mit Vereinen der MigrantInnen an Projekten, die das Miteinander der verschiedenen Kulturkreise in Bad Vöslau verbessern.

Dank

Die Stadtgemeinde Bad Vöslau bedankt sich bei allen, die mitgeholfen haben, dieses Projekt zu realisieren.

Die historische Betreuung des Projekts übernahmen Mag. Gregor Brezina und Mag. Dominik Zgierski und zusätzlich waren Lukas Hold, BSc und Mag. Robert Vorberg als wissenschaftliche Berater tätig.  Das Lektorat wurde von Frau Magª.  Angelika Kafka übernommen. Für das inhaltliche Lektorat war Frau Magª.  Jutta Fuchshuber verantwortlich.

Im Rahmen des Projektes wurde auch der Bestand "Gemeindearchiv/Nationalsozialismus" im Stadtarchiv von Clemens Andreasch, BA geordnet und erschlossen.

Auf Initiative des Gemeinderates und des Bürgermeisters wurde ein Beirat eingerichtet. Diesem gehörten folgende Personen an: Dr. Silke Ebster, Mag.ª Nicole Gebhart, Lukas Hold, BSc, GR Emma Kerper, GR Prof. Johannes Koprivnikar, Dr. Oliver Kühschelm, STR Karl Lielacher, STR Dr. Alexander Majewski, Bgm DI Christoph Prinz, STR Dr. Franz Sommer, Mag. Robert Vorberg.

Satz und Bildbearbeitung des Buches übernahm Nina Stadelmann, die Herstellungsleitung Werbegrafik Weber.

Besonderer Dank gilt Mag.ª Eveline Elisabeth März, die während des gesamten Projekts unterstützend zur Seite stand.