Eröffnungen

Sonderausstellung 2019

"Die Kanalpächter und ihre Zeit" -
Sonderausstellung 2019

Im Bad Vöslauer Stadtmuseum ist – in Begleitung zur Landesausstellung in Wr. Neustadt – die Sonderausstellung „Wr. Neustädter Kanal und seine Pächter“ zu sehen. Der Kanal wurde von 1797 bis 1803, also in einem unglaublich kurzen Zeitraum für damalige Verhältnisse errichtet. Er sollte ursprünglich von Wien bis Triest gebaut werden. Die erste Fahrt mit Fracht fand bereits am 12. Mai 1803 statt, insgesamt folgten 400 (!) Fahrten in diesem Jahr.

Bürgermeister Dipl.-Ing. Christoph Prinz hob in seiner Begrüßung den Weitblick der damaligen Entscheidungsträger hervor, die  die Bedeutung der Verbindung von Gemeinden erkannt haben. Außerdem bedankte er sich bei DI Gabi Bröthaler, die die Koordination mit der Landesausstellung und dem Stadtmuseum geführt hat.

Dr. Silke Ebster, die Leiterin des Stadtmuseum, erklärte in kurzer und prägnanter Form den Inhalt und die Umsetzung des Ausstellungsthemas. So berichtete sie, dass der Kanal 100 Höhenmeter und auf 56 km nicht weniger als 50 Schleusen zu bewältigen hatte. Eine Fahrt von Wien nach Wr. Neustadt dauerte damals 14 Stunden und ein Frachtkahn wurde von einem Pferd gezogen. Der erste Pächter war der Vöslauer Herrschaftsbesitzer Moritz I. Graf von Fries, um 1800 einer der reichste Ösdterreicher, vier weitere folgten, u. a. Heinrich Drasche („Ziegelbaron“), bis der Kanal 1871 an die k. k. privilegierte Österreichische Privatbank verkauft wurde. Mit großem Einsatz konnte die Trockenlegung des Kanals verhindert werden. 1956 übernahm das Land den Südteil des  Kanals, der jetzt auch Teil der Nö. Landesausstellung ist. Im heute noch wasserführenden Teil (86 Höhenmeter) gibt es noch 40 Schleusen. Gespeist wird der Kanal übrigens primär von der Leitha und dem Kehrbach (Peisching). Heute ist der Kanal ein wichtiges Erholungsgebiet und mit dem durchgehenden Radweg auch ein Mekka für Radsportler.

Abschließend betonte Dr. Silke Ebster, dass die Umsetzung der Ausstellung eine große Herausforderung war, weil es kaum Bildmaterial gibt. Ein riesiges Wandbild, gestaltet von Mag. Ulla Reithmayr und Leonard Sheil, zeigen sehr anschaulich den Verlauf des Kanals von Wr. Neustadt bis Wien. „25 Zeittropfen“ vermitteln bedeutende Ereignisse vom Biedermeier über die Revolution 1848 bis zur Industrialisierung  und der Gründerzeit. Eine höchst interessante und informative Ausstellung, für die man sich aber Zeit nehmen sollte. Aber die Schau ist ja bis 26. Oktober zu sehen.

 


Film & Text: Werner Predota
15. Mai 2019

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