Sonderausstellung 2019

"Kanalpächter und ihre Zeit"

1822 - 1871

Die ersten dokumentierten Überlegungen zum Bau eines schiffbaren Kanals stammen aus 1750, dabei standen vor allem strategische Aspekte im Vordergrund. Ausschlaggebend für den tatsächlichen Kanalbau war die beginnende Industrialisierung im Habsburgerreich am Ende des 18. Jahrhunderts.

Zwischen 1797 und 1803 wurde der „oeconomische Canal“ (der Name „Wiener Neustädter Kanal“ kam erst später) errichtet. Die erste Fahrt mit Fracht zwischen Wien und Wiener Neustadt fand am 12. Mai 1803 statt – insgesamt folgten 400 Schifffahrten in diesem Jahr.

Um die Höhenunterschiede von 100 Meter zu bewältigen, benötigte man insgesamt 50 Schleusen, auf dem heutigen Gemeindegebiet von Bad Vöslau gab es fünf davon (Nr. 19-23).

Bis 1822 wurde der Kanal staatlich verwaltet, anschließend entschloss man sich, den Kanalbetrieb zu verpachten. Erster Kanalpächter war der Vöslauer Herrschaftsbesitzer Moritz I. Graf von Fries. Ihm folgten vier weitere Pächter, bis der Kanal schließlich 1871 an die „k.k. privilegierte Österreichische Vereinsbank“ verkauft wurde, obwohl der Kanal bis dahin guten Gewinn abwarf.

Auf diese Kanalpächter und ihre Zeit wird in der kommenden Sonderausstellung im Stadtmuseum Bad Vöslau der Fokus gesetzt. Es sollen nicht nur die Pächter dargestellt werden, sondern auch die Zeit, in der sie lebten – Biedermeier, Revolution 1848, Industrialisierung und Gründerzeit! Viele auch heute noch bekannte Namen prägten das 19. Jahrhundert: Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich, Kaiser Franz Joseph I., Ludwig von Beethoven, Franz Schubert, Johann Nestroy, Ferdinand Georg Waldmüller, Theophil Hansen, Charles Darwin, Marie Ebner von Eschenbach u.v.m.
Informative Texte, Bilder und „Zeittropfen“ geben einen Überblick über die Zeit der Kanalpächter.

Die Sonderausstellung ist vom 12. Mai bis 26. Oktober im Stadtmuseum Bad Vöslau anzuschauen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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