Sonderausstellung 2022

Einblicke in Vöslauer Villen

Vöslauer Häuser erzählen Geschichten

Was haben der Waffenfabrikant Ludwig Mandl, k.k. Raths-Witwe Caroline Edle von Fischer und Feldmarschall-Leutnant Augst von Fligély gemeinsam? Sie alle besaßen einst wunderschöne Villen im Kurort Vöslau.

Ludwig Mandl war nicht nur Getreidehändler sondern auch Eigentümer der Hirtenberger Patronenfabrik, Caroline Edle von Fischer besaß gar zwei Villen und nach dem Feldmarschall-Leutnant August von Fligély ist ein Kap auf dem Franz-Josephs Land benannt. Sie alle erkannten die Schönheit der Gegend, schätzen das Thermalbad, die Nähe zu Baden und ließen sich während der Sommermonate im Kurort nieder.

Viele Villen in Bad Vöslau faszinieren nicht nur beim Betrachten der schönen Fassaden, sie machen vor allem neugierig, welche Geschichten sich rund um ihre Besitzer und Bewohner ranken. Die Sonderausstellung gewährt einmalige Einblicke in sechzehn ausgewählte Villen und stellt vor allem die Menschen in den Vordergrund. Dies umfasst oftmals tragische Geschichten: Gut die Hälfte der Häuser gehörten einst Familien, die für die Nationalsozialisten als jüdisch galten und daher ihre Villen, ihr Hab und Gut, ihre Heimat und in vielen Fälle ihr Leben verloren.

 

 

 

Moriz von Gutmann

Als langjährige und treue Gäste des Kurortes Vöslau erwiesen sich die „Kohlen-Gutmanns“. 1871 kamen Wilhelm und David von Gutmann samt Familien zum ersten Mal nach Vöslau, Häuser erwarben sie jedoch nicht in Vöslau, sondern in Baden: Wilhelm erbaute die „Villa Gutmann“ (oder „Villa Ida“) in der Helenenstraße 72, David kaufte ein Anwesen in der Weilburgstraße 16.

1901 kaufte Wilhelm Gutmanns Sohn das Schloss in Vöslau. „Verflossenen Sonntag ist der neue Gutsherr, Moriz Ritter von Gutmann, welcher das gräflich Fries'sche Schloß käuflich erworben hat, hier mit seiner Frau angekommen und wurde demselben vonseiten der Einwohnerschaft ein überaus herzlicher und sympathischer Empfang bereitet.

 

 

Musik: Dag Reinbott " A beautiful memory"