Louisen-Villa

Florastraße 6

Infos

1854 erbaut durch Baumeister Florian Reiter (?)
Besitzer: Caroline Edle von Fischer (1854-1868, 1885-1889), Dr. Alexander Kisfy (1868-1885) Aloisia Edle von Fischer (1890-1906), Samuel Bernhardt (1906-1907), Olga Löbl (1907-1938)

Aloisia Edle von Fischer

Caroline Edle von Fischer kaufte 1854 die Carolinen-Villa und ließ gleichzeitig die Louisen-Villa erbauen – benannt nach ihrer Tochter Aloisia!

Aloisia Edle von Fischer wurde 1855 geboren. Bei der Geburt war ihre Mutter Caroline 43 Jahre alt, ihr Vater Alois Ritter von Fischer

76 Jahre alt. Nach dem Tod ihrer Mutter erbte sie sowohl die beiden Villen in Vöslau, als auch einen Hausanteil in Wien. Allerdings stand sie ab 1886 wegen „gerichtlich erhobenem Blödsinns“ unter Kuratel und verbrachte ihr Leben in geschlossenen Anstalten. Ihr Ein- kommen war durch die Vermietungen der Villen in den Sommer- monaten gesichert. Aloisia starb 1942 in der Nervenheilanstalt Baumgartner Höhe. Ob sie im Familiengrab am Vöslauer Friedhof beigesetzt wurde ist leider nicht bekannt.

Alexander Kisfy (Kisfü)

Der aus Ungarn stammende Mediziner Dr. Alexander Kisfy (oder Kisfü, beide Schreibweisen kommen vor) erwarb 1868 die Louisen-Villa. Warum Caroline die Villa verkaufte und nach Kisfys Tod wieder zurück kaufte, ist nicht klar.

Kisfy ließ sich nicht nur im Kurort bleibend nieder, er nahm hier auch rege am politischen und gesellschaftlichen Leben teil. Ab 1870 war er im Gemeinderat vertreten. Am 22. Juni 1885 starb der unverheira- tet Alexander Kisfy an „Entkräftigung”. Sein Tod wurde auch im Vös- lauer Gedenkbuch erwähnt: „ [...] starb hier der Besitzer der Louisen-Villa [...] Herr Doct[or] Alex- ander Kisfy, der, wiederholt als Gemeindeausschuß gewählt, das Wohl u. die Hebung Vöslaus als Curort immer eifrig förderte, im 65. Lebensjahre. Seine letzte Lieblingsidee war die Verbindung des Moritzplatzes mit dem Marienpark durch eine hölzerne Gehbrücke”.

Olga Löbl

1906 wurde Samuel Bernhard(t) neuer Besitzer. Er ließ im selben Jahr Adaptierungsarbeiten am Haus vornehmen. Ein Jahr später scheint seine Tochter Olga im Grundbuch als Besitzerin der Villa auf. Sie war seit 1902 mit dem 21 Jahre älteren Stockfabrikanten Viktor Löbl verheirate. Viktor führte gemeinsam mit Markus Strompf die Stockfabrik Löbl & Strompf im 7. Bezirk. 1924 fusionierten sie mit der Firma Wurmser & Grün, um „in noch größerem Maßstabe“ zu produ- zieren. Olga war ab 1926 Inhaberin eines Zuckerlgeschäftes in der Landstraßer Hauptstraße. 1938 wurde das Geschäft arisiert und liqui- diert, Olga musste auch ihre Villa in Vöslau verkaufen. Über den wei- teren Verbleib der Familie Löbl ist nichts bekannt.